Uelzen/ Pila. Die polnische Gastfreundschaft haben am vergangenen Wochenende Mitglieder des Uelzener Flugsportvereins Cumulus genossen. Der dreitägige Rudelausflug in das östliche Nachbarland bildete den Abschluss der zweiten Motorflug-Ausbildungswoche in diesem Jahr. Das Besondere: Außer vier Flugschülern folgten diesmal weitere Vereinsmitglieder der Initiative von Cumulus-Fluglehrer Christian Born (Uelzen), der die Tour organisiert hatte. Insgesamt waren es 17 Flugbegeisterte, verteilt auf drei Vereinsflugzeuge und fünf Privatmaschinen.

Gruppenfoto: Izabella Kania (2.v.r.) hatte die 17 Gäste aus Uelzen in ihr Haus eingeladen.

„Flüge ins Ausland sind gerade für Schüler besonders aufregend“, weiß Karsten Krause (Gifhorn), der die Schüler als zweiter Fluglehrer begleitete. Unter anderem gehe es um die Herausforderung, sich mit den luftrechtlichen Bestimmungen des Gastlandes vertraut zu machen, den Flugfunk in englischer Sprache zu absolvieren und sich an fremden Plätzen zurecht zu finden. Zudem lernten die angehenden Luftfahrer das Erstellen von Flugplänen und die Navigation anhand von Sichtflugkarten und Funkfeuern, ergänzt Christian Born. „Wir wollen den Piloten die Angst vor Flügen ins Ausland nehmen“, beschreiben die Ausbilder ihr Ziel.

Die insgesamt 233 nautische Meilen lange Strecke führte von Uelzen aus zunächst nach Neubrandenburg, dann weiter über Stettin nach Pila. Von dort aus unternahmen die Uelzener Piloten weitere Ausflüge und trainierten Landungen auf dem 1913 eröffneten und von den Nazis ausgebauten Militär-Flugplatz der damaligen Stadt Schneidemühl.

Die westpreußische Stadt war während des Zweiten Weltkrieges schwer zerstört worden, ihre deutschen Einwohner wurden in den Folgejahren größtenteils vertrieben. Trotz der deutschen Schuld spürt Christian Born keinerlei Ressentiments, im Gegenteil: „Ich bin als Deutscher immer vorzüglich behandelt worden.“ Die Polen würden für ihre deutschen Freunde „ihr letztes Hemd geben“, hat Born erfahren. Die Begegnung der Kulturen und die Völkerverständigung sind für den Ehemann der aus Pila stammenden Karolina deshalb besondere Anliegen.

Auch Andreas Scheerer (Sprakensehl-Behren), der mit seiner „Columbia 400“ an dem Ausflug teilnahm, empfindet eine besondere Verpflichtung, freundschaftliche Beziehungen nach Polen zu pflegen. Zudem würdigte der Cumulus-Vorsitzende Polen im Vergleich zu Deutschland als „Land großer fliegerischer Freiheit“. Nicht zuletzt diente der Ausflug dem „Teambuilding“ der Vereinsmitglieder, freut sich Scheerer über das gewachsene Gemeinschaftsgefühl.

Flugschüler Torben Seemann (r.) erlebte in Polen zum ersten Mal Landungen auf Grasplätzen, neben ihm Fluglehrer Karsten Krause.

„Mega“: Geradezu überwältigt zeigten sich auch die Flugschüler von den Erlebnissen – denen in der Luft ebenso wie im Haus der polnischen Familie Kania, wo die Uelzener an zwei Abenden zu Gast waren und die einheimische Küche genossen. Einer von ihnen erlebte noch am Abend der Rückkehr auf dem heimischen Flugplatz Uelzen den krönenden Abschluss: Alfred Suska (Uelzen) wurde von seinen beiden Fluglehrern auf den ersten Alleinflug geschickt und ist nach drei Solo-Platzrunden nunmehr bereit für den nächsten Ausbildungsabschnitt.

 

 

 

Alfred Suska nach seinem ersten Alleinflug am Abend nach der Rückkehr aus Polen, in die Mitte genommen  von seinen Fluglehrern Christian Born (r.) und Karsten Krause.

 

 

(alle Fotos privat)

Hartmut Merten
FSV Cumulus Uelzen e.V.
Schriftführer