Uelzen/ Wittstock. 20 Mitglieder des Uelzer Flugsportvereins Cumulus sind Mitte Juli von einem zweiwöchigen Sommerlager in Wittstock zurückgekehrt. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter zwischen 16 und 60 Jahren waren drei Teenager, die diese Tage vermutlich nie vergessen werden: Sie haben sich freigeflogen, das heißt ihre ersten drei Alleinflüge absolviert.

Wie in Uelzen üblich, ließen die drei Flugschüler gern das Freifliegerritual über sich ergehen: Sie nahmen stachelige Blumensträuße entgegen. „Stachelig, damit sich das richtige Fingerspitzengefühl für den Steuerknüppel einstellt“, erklärt die Leiterin des Cumulus-Sommerlagers, Karin Feldmann. Und damit nicht genug: Die Freiflieger bekamen jeder einen Eimer Wasser über das Hinterteil gegossen und wurden anschließend von ihren Kameraden versohlt, Feldmann: „Das soll das Gefühl für die Thermik stärken.“

Seit vielen Jahren ist das Sommerlager fester Bestandteil des Cumulus-Segelfliegerjahres und Wittstock das Lieblingsziel der Uelzer Hobbypiloten. Denn der Flugplatz im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz- Ruppin bietet beste Voraussetzungen für die Segelfliegerei. Dazu gehören die mehr als 200 Hektar großen Flugplatzfläche, gekreuzte Pisten und eine Winde, die Schlepphöhen bis zu 500 Meter über Grund möglich macht. Auch dass auf dem Gelände gecampt werden darf und eine Küche zur Verfügung steht, ist für die Gäste ideal.

Doch vor allem die Gemeinschaft mit den Kameradinnen und Kameraden des örtlichen Fliegerclubs bedeute einen Mehrwert, betont Alicja Zietlow, die unter anderem für die Verpflegung sorgte: „Wittstock heißt für uns Fliegen und Leben mit Freunden.“ Die Kommunikationswege seien kurz, unkompliziert, freundlich und erleichterten vor Ort den reibungslosen Flugbetrieb, so Zietlow.

Die Tage begannen regelmäßig morgens ab 8 Uhr mit dem Frühstück. Anschließend gab das zeitweise dreiköpfige Fluglehrerteam um Lutz Warnek beim  sogenannten Briefing um 9 Uhr die Tagesplanung bekannt. Danach bauten Gäste und Gastgeber gemeinsam Startwagen und Winde auf, um bis in die Abendstunden zu fliegen. Insgesamt absolvierten die Hobbypiloten aus Uelzen bei durchweg bestem Flugwetter rund 400 Starts.

Hartmut Merten

Cumulus-Schriftführer