Uelzen. „Unsere Flugschule ist ein Aushängeschild.“ Das sagte der Erste Vorsitzende des Uelzener Flugsportvereins Cumulus, Andreas Scheerer (Sprakensehl-Behren), bei der Jahres-Mitgliederversammlung am 26. März auf dem Flugplatz bei Barnsen. Für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz verlieh Scheerer im Namen des Deutschen Aero Clubs den Cumulus-Fluglehrern Dieter Baruth, Arnold Lang und Hartmut Stehr die Goldene Ehrennadel, Christian Born wurde mit der Silbernen Ehrennadel geehrt.

„Die Möglichkeit, bei uns eine Pilotenlizenz zu erwerben, trägt sehr zur Attraktivität unseres Vereins bei“, stellte Scheerer fest. So verzeichnete der Flugsportverein im vergangenen Jahr einen anhaltenden Zustrom von Luftsportbegeisterten, die in Uelzen eine Pilotenlizenz erwerben wollten. Aktuell seien 26 Segel- und Motorflugschüler gemeldet, im Alter von 14 bis 67 Jahren.

Von den rund 2900 Flugbewegungen im vergangenen Jahr waren 560 Schulungsflüge, allein im Bereich Motorflug. Die 16 Cumulus-Fluglehrer, unter ihnen eine Fluglehrerin, stünden für eine gründliche und sicherheitsbewusste Schulung, lobte Scheerer das Engagement des Teams um Ausbildungsleiter Carsten Brandt. „Der hohe Ausbildungsstand wird uns von den Prüfern immer wieder bestätigt.“

Bis in die Mitte der 1990er Jahre hinein erfolgte die Ausbildung des Uelzener Flugsportvereins in Verantwortung des Luftsportclubs Faßberg. Uelzen war quasi Außenstelle des benachbarten Schulbetriebs, der ebenso wie der allgemeine Flugbetrieb aufgrund der Nähe zur ehemaligen innerdeutschen Grenze jahrelang nur eingeschränkt möglich gewesen war. Gemeinsam mit dem Altvorderen Theodor Proest sorgte Hartmut Stehr damals dafür, dass die Cumulus-Flugschule selbständig wurde.

Während Dieter Baruth als dienstältester Cumulus-Fluglehrer seit 36 Jahren Segelflugschüler ausbildet, stieg Arnold Lang Anfang der 1990er Jahre als Lehrer für den Motor-Segelflug ein und erweiterte seine Lehrberechtigung später auf den Motorflug. Als damaliger Ausbildungsleiter rief er die jährlichen Ausbildungswochen für Motorflugschüler ins Leben. Ein Angebot, für das bis heute auch Christian Born geradesteht, der den Nachwuchs bei der Gelegenheit auch gern zu Auslandsflügen motiviert.

Trotz Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zählte Motorflugreferent Hartmut Stehr 2021 mehr als 2000 Starts von Vereins-Motorflugzeugen. Drei der vier vereinseigenen Propellerflugzeuge waren je rund 150 Stunden in der Luft, die viersitzige Cessna 172 sogar 250 Stunden. Höhepunkte des Segelfliegerjahres waren laut Segelflugreferent Oliver Maas das Sommerlager in Wittstock sowie zwei Kunstflugwochen auf dem Flugplatz Uelzen.

Dass der rund 200 Mitglieder zählende Flugsportverein auch finanziell solide dasteht, ging aus dem Bericht des Kassenwartes Stefan Justke hervor. Die Kassenprüfung durch Karin Feldmann ergab keine Beanstandungen. Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden Justke und Schriftführer Hartmut Merten in ihren Ämtern für drei weitere Jahre bestätigt.

Der Vorstand richtete den Blick schließlich in die Zukunft: Nach zwei Jahren Corona-bedingter Zwangspause soll es am kommenden Himmelfahrtstag, 26. Mai, möglichst wieder den traditionellen Tag der Offenen Tür geben, kündigte Scheerer an. Zudem werde der FSV Cumulus vom 16.-24. Juli Gastgeber des vom Niedersächsischen Luftsportverband ausgerichteten Jugendvergleichsfliegen im Streckensegelflug sein, berichtete Segelflugreferent Oliver Maas. Auch der potentielle Nachwuchs soll sich auf dem Flugplatz Uelzen weiterhin wohlfühlen: So würden in Kürze eine neue Doppelschaukel sowie ein Sandkasten angeschafft.

16 Fluglehrer bilden in Uelzen angehende Privatpiloten aus, unter ihnen (v.l.) Hartmut Stehr, Arnold Lang und Christian Born, die jetzt vom Deutschen Aero Club für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz geehrt wurden. (Foto Merten, auf dem Bild fehlt Dieter Baruth)

Hartmut Merten
FSV Cumulus
Schriftführer