Uelzen. Trotz durchwachsenen Wetters am ersten Mai-Wochenende ließen es sich etliche Cumulus-Vereinsmitglieder nicht nehmen, am Samstag auf der „Piste 08“ zu einem Rundflug zu starten. Ein Grund: Am 1. Mai 1971 waren die ersten Flugzeuge auf dem damals neu errichteten Flugplatz Uelzen gelandet. Genau 50 Jahre später zählte der diensthabende Flugleiter Benjamin Rana an die 45 Flugbewegungen von Motor- und Segelflugzeugen. Auch Piloten aus Hodenhagen, Celle und Hildesheim statteten dem Uelzener Flugplatz mit der offiziellen Kennung „EDVU“ zur Feier des Tages einen Besuch ab.

„Wir sind sehr dankbar für 50 Jahre Luftsport und Geselligkeit auf diesem wunderschönen Fleckchen Erde“, freut sich der Erste Vorsitzende des ortsansässigen Flugsportvereins, Andreas Scheerer. Dabei diene der Flugplatz nicht nur den rund 100 aktiven Segel- und Motorflugpiloten als Betriebsstätte, die vereinseigene Flugschule bilde ständig neue Privatpiloten aus. Darüber hinaus sei der Platz Anziehungspunkt für zahllose Besucher aus dem Landkreis und darüber hinaus, die von hier aus zu „Schnupperflügen“ aufbrechen oder den Flugbetrieb auch einfach nur beobachten. Der Anteil von gewerblichen Flügen liege bei etwa sieben Prozent aller Flugbewegungen, betont Scheerer den wirtschaftlichen Aspekt des Verkehrslandeplatzes. Dazu gehört, dass der Platz nach Anmeldung jederzeit angeflogen werden kann, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten an den Wochenenden.

Dass es in den 50 Jahren keinen einzigen tödlichen Flugunfall gab, ist für den Cumulus-Chef ein Grund zu besonderer Dankbarkeit. Erfreut ist Scheerer auch über die guten Beziehungen zu Bürgerinnen und Bürgern in den umliegenden Ortschaften. Der Flugplatz werde als Bereicherung empfunden. „Wenn es vereinzelt Beschwerden gab, konnten wir die fast immer klären“, so Scheerer.

Der 1951 gegründete Verein hatte sein Fluggelände zunächst in Brambostel. 1967 wurden erste Gespräche mit Vertretern des Landkreises zur Errichtung eines Verkehrslandeplatzes in der näheren Umgebung der Stadt Uelzen erörtert. Bereits ein Jahr später kam das Gelände bei Barnsen in Betracht, das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft und Verkehr stellte die Zulassung als Verkehrslandeplatz in Aussicht. Daraufhin wurde das Gelände von Vereinsmitgliedern gerodet. „Der Baustundeneinsatz unserer Mitglieder betrug in den Jahren 1970-1971 insgesamt 4195 Stunden“, notierte Gründungsmitglied Theodor Proest in seiner Vereins-Chronik.

Parallel wurden in Zusammenarbeit mit dem Landkreis die Vereinshalle und das Kantinengebäude samt Turm errichtet. Mit der vorläufigen Zulassung durch das Ministerium konnte der Flugplatz am 1. Mai 1971 erstmals angeflogen werden. Ein Teil der Vereins-Segelflugzeuge wurde an dem Tag per Flugzeug-Schlepp aus Brambostel überführt. „Schon am nächsten Tag begannen wir mit der Schulung in Barnsen“, lässt der Cumulus-Chronist die Begeisterung für den neuen Heimat-Flugplatz erkennen.

Die endgültige Zulassung erhielt der Verkehrslandeplatz Uelzen am 24. August 1971. Anfang der 2000er Jahre wurde die 600 Meter lange Asphaltpiste um 200 Meter verlängert. Seitdem können Flugzeuge und Hubschrauber bis zu einem Gesamtgewicht von 5,7 Tonnen in Uelzen starten und landen, für kleinere Flugzeuge bedeutet die verlängerte Piste einen Sicherheitsgewinn.

Wenn das 50-jährige Platzjubiläum wegen der Pandemie schon nicht gefeiert werden konnte, so hoffen Scheerer und seine Fliegerkameraden auf Lockerungen im Herbst. Dann nämlich steht für Cumulus das nächste Jubiläum im Kalender: der Verein wird 70 Jahre alt.

„Erbaut 1969-1971“ steht auf dem Findling zu lesen, der an die Anfänge des Flugplatzes Uelzen erinnert. Der Cumulus-Vorsitzende Andreas Scheerer würdigt 50 Jahre Luftsport und Geselligkeit in Barnsen. (Privatfoto)