Uelzen. Zum 40. Mal lädt der Uelzener Flugsportverein Cumulus am Himmelfahrtstag, 9. Mai, zum Tag der Offenen Tür ein. Auch in diesem Jahr werden auf dem Flugplatz bei Barnsen Tausende Besucher erwartet. Die Gäste können sich ab 10 Uhr an zahllosen Flugvorführungen erfreuen, dabei je nach Geschmack Kaffee und Kuchen oder Gegrilltes und Kaltgetränke genießen. Zugleich verlangt der Tag nicht nur von den Piloten höchste Konzentration. Auch Frank Deneke und sein Team haben einen verantwortungsvollen Job. 

Deneke ist seit mehr als zehn Jahren der Flugbetriebsleiter des Vereins. „Während wir an normalen Wochenenden täglich um die 100 Flugbewegungen haben, sind es am Tag der Offenen Tür mehr als 400 allein von Motorflugzeugen“, erklärt der 49-jährige Hobbyflieger. Zum Vergleich: Der Hamburger Flughafen verzeichnete 2011 durchschnittlich 433 Starts und Landungen pro Tag. Um der Herausforderung gerecht zu werden, würden an dem Tag gleich drei Flugleiter auf dem Turm eingesetzt, statt sonst einem. „Anders sind die vielen Aufgaben nicht zu bewältigen“, sagt Deneke. 

Flugleiter informieren die Piloten per Funk über die aktuelle Start- und Landerichtung auf der 800 Meter langen Asphalt-Piste, geben Auskunft über Windrichtung und Windstärke und überwachen die einzuhaltenden Sicherheitsabstände. „Um den Verkehr in der sonst üblichen Platzrunde zu entlasten und einen besseren Verkehrsfluss zu gewährleisten, richten wir am Flugtag Pflichtmeldepunkte ein“, nennt Deneke eine weitere Besonderheit. Das heißt: Anfliegende Piloten melden sich je nach Landerichtung über der Alten Ziegelei südlich Vinstedt oder dem Umspannwerk bei Stadorf. Von da ab verfolgen die Männer auf dem Turm die ankommenden Maschinen, bis sie sicher gelandet sind und die Piste verlassen haben. Zudem wird auf dem „Tower“ jeder Flug dokumentiert – mit Kennzeichen, Start- und Landezeit. 

Außer den vereinseigenen Segel- und Motorflugzeugen steigen am Flugtag die Antonov „An-2“ sowie Hubschrauber auf, auch Rundflüge werden angeboten. Die Freunde atemberaubender Luft-Akrobatik dürfen sich auf Kunstflug-Vorführungen freuen, der Uelzener Christian Matalla zeigt sein aktuelles Programm im Segelflugzeug. Während der Kunstflüge dürfen andere Flugzeuge weder starten noch landen, der Flugbetriebsleiter erklärt: „Die Piloten sollen sich ungestört in ihrem Luftraum, der sogenannten Box, bewegen können.“ 

Verschiedenste Flugzeuge sind am Boden aus nächster Nähe zu besichtigen, nach Möglichkeit auch der am Klinikum Uelzen stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 19“. Berufspilot Christian Uter führt als Moderator durch das bis gegen 17 Uhr laufende Programm, die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Jan-Olaf Albrecht stehen für Informationen rund um den Luftsport zur Verfügung. Angesichts knapper Parkflächen sollten die Besucher nach Möglichkeit mit dem Fahrrad nach Barnsen kommen. Zudem weist der Verein darauf hin, dass das Mitbringen von alkoholischen Getränken aus Sicherheitsgründen und mit Rücksicht auf Familien mit Kindern nicht gestattet ist.

„Safety first“, die Fliegerregel gilt für Frank Deneke ausnahmslos. Auch deshalb ist der Kriminaloberkommissar für den Dienst der Rettungskräfte dankbar. Sanitäter und Feuerwehrleute seien am Flugtag vor Ort, um gegebenenfalls sofort helfen zu können. „Dieser ehrenamtliche Einsatz sollte auch einmal erwähnt werden“, sagt Deneke. 

Und worauf freut er sich am 9. Mai besonders? „Dass wir wieder einmal zeigen können, dass die Fliegerei nicht nur aus Lärm besteht“, sagt Deneke. „Und dass auch nach diesem Flugtag wieder einige Gäste die Freude am Luftsport für sich entdecken und Vereinskameraden  werden.“

Foto: Merten