„Die Welt kopfüber aus der Luft“

Uelzen/Barnsen. Wenn der Uelzener Flugsportverein am Himmelfahrtstag Tür und Tor zum Flugtag öffnet, wird diesmal auch Henrike Kösel als Gastgeberin dabei sein. Die 17-jährige Segelflugschülerin ist seit knapp einem Jahr Cumulus-Mitglied. „Fliegen bedeutet für mich Freiheit“, schwärmt die Ebstorferin von der Vogelperspektive, die einen die Sorgen des Alltags vergessen lasse. Beim traditionellen Tag der Offenen Tür auf dem Flugplatz Uelzen will Henrike Kösel mit selbst gebackenem Kuchen für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Und natürlich Werbung für den Luftsport machen, der sie, wie sie sagt, „schon immer“ interessierte.

Zu den Highlights der bisherigen Ausbildung im FSV Cumulus gehört für die Gymnasiastin das 14-tägige Segelfluglager im Sommer letzten Jahres in Wittstock. Dort ließ sich Henrike Kösel, die sonst Karate betreibt und Zumba tanzt, sogar zu einem Segelkunstflug mitnehmen: „Es war sehr schön, die Welt auch mal kopfüber aus der Luft zu betrachten.“ Tägliche Übungsflüge brachten sie auch in der eigenen Ausbildung voran, inzwischen hat die Segelflugschülerin den ersten Ausbildungsabschnitt beendet. „Mein erster Alleinflug ist ein besonderer Moment für mich gewesen“, erinnert sie sich. „Ich war erst total angespannt, aber schließlich auch wahnsinnig glücklich, alleine zu fliegen.“

Am 25. Mai haben die Besucher des Flugtages Gelegenheit, den von Henrike Kösel gepriesenen „anderen Blickwinkel auf die Welt“ selbst zu genießen. Außer Segelflugzeugen stehen die vereinseigenen Motorflugzeuge für Rundflüge zur Verfügung. Zudem hat sich die Crew der Antonov-2 aus Neustadt-Glewe angesagt: Die „Annuschka“ gilt als größter einmotoriger Doppeldecker der Welt.

Wer lieber am Boden bleiben möchte, kann von dort aus atemberaubende Kunstflugvorführungen erleben, zum Beispiel mit einer sowjetischen Yak und einer in der Tschechoslowakei gebauten Zlin. Thomas von Blumenthal, der das Showprogramm moderiert, möchte den Zuschauern zudem einen Oldtimer-Schleppflug mit einer Mitte des vorigen Jahrhunderts gebauten PA 18 präsentieren.

„Ein besonderer Programmpunkt könnte der Beschleunigungsvergleich zwischen einem Sportwagen und dem Jet des Modellfliegers Florian Kallwitz werden“, macht von Blumenthal neugierig. Auch die CriCri werde für Gesprächsstoff sorgen: Ist die kleinste „Zweimot“ der Welt ein Modellflieger oder doch ein manntragendes Flugzeug?

Der Flugtag beginnt um 10 Uhr und endet gegen 17 Uhr. Gern informieren die Cumulus-Mitglieder am Infostand über den Uelzener Flugsportverein, das Vereinsleben und Ausbildungsmöglichkeiten. Wer das Gespräch mit Flugschülern sucht, kann Infos aus erster Hand bekommen. „Mit einem Fluglehrer bin ich schon diverse Manöver wie Landung aus ungewohnter Position oder Seilrissübungen geflogen“, erzählt Henrike Kösel vom Schulbetrieb und betont damit die hohen Sicherheitsstandards. Gern beantwortet die Flugschülerin weitere Fragen potentieller Fliegerkameraden.

Die Segelfluglizenz ist für Henrike Kösel, die derzeit die 10. Jahrgangsstufe des Lessing-Gymnasiums besucht, indes nur eine Etappe auf dem Weg zum großen Ziel. Anschließend möchte sie die Kunstflugberechtigung erwerben, eventuell auch den Motorflugschein angehen. „Mein größtes fliegerisches Ziel ist es, die Fliegerei zu meinem Beruf zu machen“, sagt die junge Frau und fügt hinzu: „Zum Beispiel als Jetpilotin bei der Luftwaffe.“

Hinweis: Um den Charakter des Flugtages als Familienfest zu bewahren, werden „Vatertagsausflügler“ gebeten, auf das Mitbringen alkoholischer Getränke zu verzichten. Für das leibliche Wohl werde gesorgt sein, versichert der Cumulus-Vorstand. Besucher des Flugtages sollten wegen der begrenzten Parkflächen nach Möglichkeit mit dem Fahrrad nach Barnsen kommen. Ein gebührenpflichtiger PKW-Parkplatz (2 Euro) steht in unmittelbarer Nähe des Flugplatz-Geländes zur Verfügung.

 

 

Das Bild zeigt Henrike Kösel mit Fluglehrer Oliver Maas in einer DG 500 auf dem Flugplatz Uelzen. Die 17-Jährige ist eine von derzeit 15 Segelflugschülern des Uelzener Flugsportvereins. Am Tag der Offenen Tür am Himmelfahrtstag haben die Besucher Gelegenheit, selbst in einem der Vereinsflugzeuge Platz zu nehmen und zu einem Rundflug zu starten. (Foto Hartmut Merten)